Projektkultur – von Kommunikation und Information

Informationen sind nicht da, wo sie benötigt werden. Die Kollegen reden gar nicht miteinander oder wenn schon, dann aneinander vorbei. Das sind alles Dinge, die wir nicht nur in der Projektarbeit allzu häufig erleben. Im Rahmen dieser Art der Zusammenarbeit wird es nur besonders schnell bemerkt, wenn die Kommunikation nicht stimmt. Das liegt daran, daß Kommunikation einen wesentlichen Teil der Projekte ausmacht. Interdisziplinäre Teams können nur optimal zusammen arbeiten, wenn sie sich gegenseitig intensiv austauschen und sich das Wissen der Experten, mit dem Wissen der Kollegen zu ganz neuen Komponenten zusammen fügt. Denn das Schaffen von etwas Neuem ist das Ziel von Projekten und somit das Sinnen und Trachten der Projektarbeit.

Die Projektarbeit lebt üblicherweise nicht losgelöst vom Unternehmen, in dem sie stattfindet. Diese Unternehmen sind auf dem Weg „irgendwohin“. Dieses Irgendwohin – das Unternehmensziel – wird über den Weg der Strategie erreicht. Mit dem, was ein Unternehmen für die Welt produziert – seien es Produkte oder Dienstleistungen – löst es Probleme anderer, die diese Projektergebnisse benötigen.

Was hat das mit Kommunikationskultur zu tun? Viel, denn welcher Projektmanager kennt normalerweise schon den oben beschriebenen Weg so ganz genau? Holger Rust hat in seiner Kolumne „Wissen, was abgeht“ (Harvard Business Manager, 02, 2012, S.99) dazu sinngemäß berichtet: Wenn man heute in Unternehmen junge Menschen auf dem Weg nach oben fragt, was sie brauchen, dann steht vornehmlich nicht Kommunikation im Vordergrund, sondern sie wollen wissen, was abgeht. Sie wollen mehr Information von oben, sie wollen eingeweiht sein, wo der Weg hinführt und was am Ende bei rauskommen soll. Der Träger jeglicher Information und somit die Grundlage für Transparenz ist aber wieder Kommunikation.

Mehr Information - Mehr Transparenz - Mehr Kommunikation Bild von Gerd Altmann / pixelio.de

 

Deshalb der Aufruf: Liebe Unternehmen, informiert eure Projektteams! Umfassende Information aller Projektbeteiligten ist unverzichtbar. Ganz wichtig dabei ist: Informieren ist eine Bringschuld!

Wir gehen jetzt noch einen Schritt weiter: Die anderen oben genannten, deren Probleme durch die zu erschaffenden Projektergebnisse gelöst werden, heißen Kunden. Richtig: Ein Kunde (intern oder extern ist an dieser Stelle egal) wartet auf dieses Ergebnis. Und dieser Kunde hat im Idealfall eine Vorstellung, wie das Ergebnis aussehen soll bzw. welches Problem es genau lösen soll. Eigentlich wäre es doch nur logisch, genau diesen Kunden dann mit ins Projekt einzubeziehen – oder? Er soll nicht das Ergebnis erschaffen. Aber es wäre doch hilfreich, wenn das Projektteam mit ihm kommunizierte und er informierte, was er sich so denke und was er erwartete. Genau diesem Ansatz folgt man mittels Scrum, einer Methode, die in der Produktentwicklung von Software eingesetzt wird. Der sogenannte Product Owner wird in die Produktentwicklung vollständig einbezogen. Hier wird es vorgemacht! Somit folgt der nächste Aufruf:

Liebe Projektteams: Überlegt, was das Ergebnis sein soll, bezieht die Erwartungen derer mit ein, die das Ergebnis benutzen wollen! Die Abnehmer der Projektergebnisse sind keine Störfaktoren, sondern können wesentlich zur späteren Akzeptanz und Nutzbarkeit der Projektergebnisse beitragen!

Und jetzt die Auflösung des Ganzen: Egal, wer einbezogen wird, es funktioniert über Kommunikation. Somit bildet Kommunikation die Basis jeder Projektkultur!

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Über Anke Heines

Vielleicht muss man einen an den Sternen geschulten Weitblick entwickeln (Anke hat als Physikerin in der astronomischen Forschung gearbeitet), um die Arbeitswelt so klarsichtig durchdringen zu können wie Anke das macht. Wertvernichtung, Zeitverschwendung und Bevormundung sind ihr ein Gräuel. Sie setzt dagegen auf Selbstorganisation, Sinn in der Arbeit und Eigenverantwortung. Wenn Anke in Unternehmen auf Partner trifft, die bereit sind sich in Bewegung zu setzen, ist sie in der Lage, gemeinsam mit ihnen völlig neue Formen wertschöpfender und wertschätzender Zusammenarbeit hervorzubringen. Das hat jüngst die Verleihung des Sonderpreises des New Work Award an den von ihr betreuten Maschinenbauer HEMA bewiesen. Und das hat Anke auch auf die Fahnen Ihrer LEADaktiv UG geschrieben: Wertvolles durch Wandel weiterhin wertvoll erhalten.
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